Samstag, Januar 19, 2008

Yogya, Borobudur und Prambanan

Da meine universitären Pflichten ja seit Ende letzten Jahres beendet sind, haben wir (Katharina, Katharina, Verena und ich) eine kleine Reise gemacht. Genauer gesagt habe nur ich die kleine Reise gemacht, Verena eine mittlere und die beiden Katharinas eine große. Die drei Mädels sind nämlich von Denpasar aus mit dem Bus nach Probolingo gefahren, um von dort aus den Bromo zu besteigen. Anschließend sind sie weitergefahren nach Yogyakarta, wo ich sie dann getroffen habe. Obwohl mein Ziel das gleiche war, habe ich mir jedoch den Luxus des Fliegens gegönnt. Garuda Indonesia, eine Stunde, eine Minute, pünktlich, nix besonderes. Außer, dass es als Snack beim Flug ein Thunfischbrot gab... Gut, dass ich so früh geflogen bin und die Zeitverschiebung nutzen konnte, so dass wir zusammen gefrühstückt haben.
Den Tag haben wir dann damit zugebracht, durch Yogya zu laufen und uns Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Dazu zählen vor allem der Palast des Sultans, der Kraton und das dazugehörige Wasserschloss. Insgesamt gibt es allerdings nicht so viel zu sehen, außerdem schließen die meisten Attraktionen schon Mittags ihre Pfor
ten. So hatten wir am Nachmittag genügend Zeit für Kaffee und rumgammeln. Und genügend Zeit zum Buchen unseres nächsten Ausflugs, einer Tour nach Borobudur und Prambanan. Positiv war der günstige Preis von 45.000 Rupiah (ca. 2,80 €), negativ erschien nur die unmenschliche Abfahrtszeit - 05:00 Uhr (morgens). Aber wir sollten belohnt werden...

Borobudur
Borobudur ist ein riesiger, wenn nicht gigantischer buddhistischer Tempel, der größte der Welt. Außerdem ist es ein Weltkulturerbe - und das zu Recht. Wir waren extrem früh da, noch vor der Öffnung der Kassen, um 05:45. Zwar reicht diese Uhrzeit nicht für den Sonnenaufgang aber immerhin waren wir die allerersten Touristen an diesem leicht bewölkten Tag - wir mussten sogar noch das Schiebetor auf dem Weg aufschieben! Wir hatten also die Ehre, einen Blick auf Borobudur zu werfen bevor das gesamte Areal von Touristen überflutet war. Das Wetter hat auch mitgespielt, nur ein paar Regentropfen, die ohne größere Regenschirme zu ertragen waren. Anschließend im Hotel direkt nebenan noch schnell nen Kaffee getrunken, dann sind wir auch schon weiter. Denn auch wenn die Tempelanlagen schon seit Jahrhunderten stehen, irgendwie ist man doch immer in Eile...

Prambanan
Weil die Buddhisten und die Hinduisten ja doch irgendwie miteinander verwandt sind, liegen auch die entsprechenden Tempel auf Java nicht weit auseinander. Nur wenige dutzend Kilometer von Borobudur entfernt liegt Prambanan, eine der größten Tempelanlagen des Hinduismus, die sogar buddhistische Tempel enthält. Hier waren wir natürlich nicht mehr pünktlich zur Öffnung, aber trotzdem war es relativ leer. Prambanan besteht im Gegensatz zu Borobudur nicht aus einem massiven Gebäude sondern aus vielen, ehemals hunderten von Tempeln. Der höchste ist geschlagene 15 Meter höher als Borobudur! Leider werden die Tempel nur wieder aufgebaut, falls mindestens 75% der Steine Originale sind. Da dies bei den meisten Tempeln nicht mehr der Fall ist, stehen nur einige, wenige der ursprünglich über 250 Tempel heute noch/wieder. Zusätzlich ist seit einem Erdbeben im Mai 2006 das Betreten der Tempel wegen Einsturzgefahr verboten, so dass wir uns mit Blicken von außen zufriedengeben mussten. Nichtsdestotrotz - beeindruckend!

Unser Reisetag war dann also nachmittags irgendwann zu Ende, wir haben noch was gegessen und den restlichen Tag - wieder gechillt. Am Abend hieß es dann: Abschied nehmen. Katharina und Katharina sind in den Zug nach Jakarta gestiegen, um ihre Rundtour durch Süd-Ost-Asien anzutreten. Jakarta, Sumatra, Malaysia, Kambodscha, Vietnam, Laos, Thailand. Viel Programm für zwei Mädels und zwei Monate, aber zumindest bisher ist alles ganz gut verlaufen. Hoffen wir, dass es so bleibt.

Wo wir gerade beim Verabschieden sind: Gestern ist meine Etagen-Mitbewohnerin Birte
gen Heimat geflogen, heute sind Ina, Laura und Malte auf ihre Tour nach Singapur und weiter aufgebrochen. Es leert sich hier, in zwei Wochen bin ich fast alleine... Also schickt mir Mails und so! :-)


Oh, und Bilder von den letzten paar Wochen und Monaten werde ich auch bald mal hochladen, nur ist das mit dem Internet hier nicht soooo überragend schnell...

Freitag, Januar 11, 2008

...and a happy new year!

Als erstes möchte ich den paar Lesern meines Blogs ein frohes neues Jahr wünschen! So Dinge passieren halt einfach so, wenn man mal längere Zeit nix schreibt... Aber die Warterei hat ja ein Ende, hier ist einiges passiert, ich berichte brav.


Fangen wir so... im Dezember an. Unsere letzten beiden Seminare endeten vor Weihnachten, seitdem haben wir keine Uni mehr. Dies bedeutet allerdings nicht, dass jetzt Langeweile herrscht... Nein, viel besser: Meine Freundin ist zu Besuch gekommen! Pünktlich zu Jahrestag, Weihnachten und Silvester. Ein Stückchen Heimat, fernab selbiger... Als erstes, größeres Event stand also an: Weihnachten, Hari Natal auf Indonesisch. Wir haben viel gefeiert, erst ein wenig mit der ganzen Uni-Truppe in Jimbaran, dann wurden wir abends von meiner Familie abgeholt, sind am nächsten Vormittag zu einer Bekannten nach Ubud gefahren, haben dort viel gegessen und gefeiert und am letzten Weihnachtstag haben wir ausgeschlafen! Musste auch mal sein, immerhin ist Weihnachten :-)


Nach dem ganzen Weihnachtsstress mussten wir die ersten nicht-Regen-Tage nutzen. Wir haben uns ins Auto (mit Fahrer) gesetzt und sind drei Tage rund um Bali getourt. Erster Stop unserer Reise: Ubud. Dort durften wir freundlicherweise in der Villa von Marina und Yan Suryana übernachten. In Ubud selber haben wir all die typischen touristischen Sachen gemacht: Monkey Forest, Elefantenhöhle (Goa Gajah), Shopping, Kaffee trinken mit Blick auf Reisfelder, Legong & Barong Tanz am Abend. Ein durchgehend schöner Tag! Die Nacht haben wir trotz vieler fremder Geräusche (so ein Gecko hört sich schon lustig an, wenn er über das Mückennetz läuft) ganz gut überstanden.


Neuer Tag, neues Ziel. Der Tag war der 29.12.2007, das Ziel war Lovina im Norden Balis. Jedoch war unser eigentliches Ziel gar nicht mal die Stadt, sondern in erster Linie der Weg. Denn auf dem Weg nach Lovina wollten wir möglichst viel sehen. Und das hat auch ganz gut geklappt. Wir haben uns verschiedene Tempel angeschaut, einen Wasserfall, Bedugul, den Markt in Candikuning, den Wassertempel bei Bedugul. (Fotos folgen bald/irgendwann, aber das Internet ist gerade nicht schnell genug, als dass ich welche hochladen könnte.) Wir haben dann die Nacht in einem Hotel in Lovina, direkt am Strand verbracht. Natürlich erst, nachdem wir zu Abend gegessen haben. Lecker Pizza, erstaunlich gute sogar!


Der vorletzte Tag von 2007 war dann verplant mit der Rückfahrt nach Denpasar, auf der wir möglichst viele Sehenswürdigkeiten mitnehmen wollten: Die warmen Quellen (welche auf Indonesisch "Air Panas" heißen, was soviel bedeutet wie... heißes Wasser), den Muttertempel Pura Besakih und Gunung Kawin, das vermutlich älteste Steinmonument Balis. Leider hatte es Rike kalt erwischt, ihr ging es nicht so gut, weswegen wir das Programm auf die heißen Quellen und Besakih verkürzt haben. Gut, dass man noch jung und flexibel ist! Denn so war unsere Reise allen Widrigkeiten zum Trotze (gut, viele waren's nicht...) schön!


Und schon war das Jahr zu Ende. 2007 lag in den letzten Zügen/am letzten Tag. Das heißt, neben vielen guten Vorsätzen auch: Silvester feiern! Genau das, also das Feiern, weniger die Vorsätze haben wir auch gemacht. Wir waren mit allen Leuten hier vom EOC zuerst gemeinsam Essen, anschließend ging es in den "My Room" in Kuta, wo wir in der dritten (Freiluft-)Etage ins neue Jahr "gerutscht" sind. Gut, dass wir ein Dach über'm Kopf hatten, denn es hat in Strömen geregnet! Feuerwerk war auch nicht viel zu sehen, vermutlich des Wetters wegen.


Das neue Jahr begann dann so, wie das alte aufgehört hat - mit viel Regen. Die nächsten Tage hat es durchgeregnet und alle unsere Reise- und Strandpläne lösten sich in verdammt feuchter Luft auf. Wir waren stattdessen viel Shoppen und oft essen. Hat halt alles auch was gutes. Aber auch die indonesische Regenzeit gönnt sich und uns mal eine Pause, und so haben wir jeden regenfreien Tag dazu genutzt, weitere Punkte der Urlaubs-ToDo-Liste abzuarbeiten. Insbesondere waren dies: Der Strand in Jimbaran, Pura Tanah Lot und Pura Ulu Watu. Und zwischendurch immer mal wieder ein wenig - Shopping! :-) Wir haben die Zeit auf jeden Fall rumbekommen. Im Nachhinein eigentlich viel zu schnell, die drei Wochen Urlaub vergingen wie im Flug :-( Aber es war insgesamt ein super Urlaub.


Ein kleiner Nebeneffekt von Rikes Erscheinen hier auf Bali ist, dass sie mir meinen neuen Laptop mitgebracht hat. Ein Acer Travelmate 8204. Sieht gut aus :-) Als erstes direkt erstmal Fedora drauf installiert, und bis auf ein bekanntes Problem mit der Grafikkarte läuft alles einwandfrei. Die Webcam habe ich unter Linux noch nicht ausprobiert, aber ich mache mir Hoffnungen, dass sie funktioniert. Jetzt sitze ich also hier mit dem neuen Laptop und genieße eine höhere Bildschirmauflösung. Hätte ich jetzt noch schnelles Internet, würde ich vermutlich auch schon längst alle meine benötigten Programme nachinstalliert haben...


Inzwischen ist Rike wieder abgeflogen und auch gut wieder in Deutschland gelandet. Das Leben hier geht seinen ungeordneten Verlauf weiter. Morgen oder übermorgen werde ich nach Yogyakarta reisen um dort Katharina, Katharina und Verena wiederzutreffen. Von dort aus planen wir Borobudur und Prambanan zu besuchen. Vielleicht noch mehr, mal schauen, was sich so ergibt. Ein kleines Bisschen Kultur, sollte man ja auch nicht vernachlässigen. Später im Monat steht vielleicht auch noch Singapur an. Aber ich bin schon längst im Indonesischen Zeitmanagement drin und plane nie länger als eine Woche im Voraus. Hat Vorteile, hat Nachteile, funktioniert.

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Montag, Dezember 17, 2007

Countdown

Nur noch gut 45 Stunden, dann bin ich nicht mehr allein!

Rike kommt nach Bali!


[Update] Nachtrag: Ist natuerlich nicht so, als ob ich hier keine Freunde haette...

Scr3wed

Yesterday I somehow managed to screw up my home partition. It was a cryptsetup-luks encrypted partition and it seems like I wrote over the beginning of the partition when updating grub, which I had to do due to some re-partitioning... Today was consequently mostly spent on fixing that mess. At home I usually keep a copy of the most current Fedora Rescue CD. Or several copies. Well - I am not at home. And the Ubuntu 7.10 Live CD does not support LVM... Quite a hazzle with a not-so-happy ending.

Anyway, my "new" /home is now bigger (who would not like that) and my last backup is luckily less than two weeks old. Rdiff-backup is doing its thing and restoring (almost) all data.

Lessons learned:
  • backup, backup, backup
  • never screw with a system if you don't have a rescue cd at hands
  • backup, backup, backup
  • rdiff-backup works really well *
Next time, I just won't resize but delete stuff instead...

* somehow one directory within my ~/.evolution can not be restored. rdiff-backup hangs at 100% cpu and seems to do nothing on that 4 MB directory with ~20 files in it. I didn't find anything on that, but if anyone knows something...

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United Nations in da House!

Die meisten werden es mitbekommen haben: Hier auf Bali war die Konferenz der UN welche sich mit dem Klima und dessen Schutz beschaeftigt.
Trotz der strengen Sicherheitsmassnahmen und der tausenden zusaetzlichen Soldaten und Polizisten haben sich die Beeintraechtigungen doch sehr in Grenzen gehalten. Hin und wieder war mal ein Stueck vom Bypass aufgestaut, weil wieder irgendeine wichtige Persoenlichkeit oder Delegation mit Polizeieskorte durch die Gegende gefahren wurde, insgesamt war es aber doch sehr angenehm.

Oh, und die Beschluesse hoeren sich auch gar nicht so schlecht an.

Dienstag, November 20, 2007

Studieren auf Bali...

...ist ja schon ziemlich hart... Siehe Beweisfoto:

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Mood-GNOME

Yesterday Evening I had an idea.

Inspired by the changing background in Fedora 8 (which rocks, by the way!!!), I had the idea about some "mood-applet" for GNOME (or any desktop, for that matter). What's the idea?

Well, think of it as a global setting applet, where you can somehow "change" your mood, kind of like you do with the volume of your speakers. Depending on the mood, the desktop could change its appearance, the music selection could be influenced, your instant messenger will change your status, maybe something else?

It's just an idea and I am not a programmer, who could implement it, but if there are some, feel free :-)

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Mittwoch, Oktober 24, 2007

Skype-craziness

So, Skype is known for penetrating firewalls and working even in NATted environments, but what I experienced yesterday, that was behind my imagination...

Internet here on Bali broke once again. I had the connection to the wireless access point at almost 100% and I could ping our router. No traceroute to anywhere behind the router (I guess it's DSL) was possible. My conclusion: Internet dead, the router can not connect to the provider. I could not ping anything on the web, a traceroute ended at 192.168.1.x, the router's IP address. DNS was dead, ICQ was not working, MSN neither, the ntp-daemon did not get a connection, either. Basically, no connection.


Now, there is Skype. It still worked!!! I could chat, I could phone. I have no idea, how that was done... The only reason I could think about would be, that another computer here was connected to Skype before the connection broke. It seemed to somehow have kept alive the connection and due to some strange behavior of my Skype, I could connect, too.

If anyone could give me some insight on this, leave a comment! And sorry for not having more information about the network, but I did not have time to investigate further and with only one wireless card, not even wireshark or anything similar was useful...

Montag, Oktober 15, 2007

Idul Fitri


"Was ist Idul Fitri?" werden vermutlich einige jetzt fragen. Nicht einmal in Wikipedia steht es, und trotzdem wird es hier gefeiert! Aber siehe da... ein wenig suchen, und schon findet es sich unter "Zuckerfest". Gemeint ist damit das Ende des islamischen Fastenmonats, des Ramadan. Und weil nach einem Monat fasten groß gefeiert werden muss, wird hier in Indonesien, im größten islamischen Land der Welt - gefeiert. Idul Fitri ist der zweithöchste Feiertag des Islam und wird entsprechend groß gefeiert. Alle Geschäfte haben geschlossen (na gut, Bali ist da als hinduistische Insel eine Ausnahme), viele sind bei ihren Familien und in Jakarta ist tote Hose.
Zwar ist meine Familie nicht Islamisch, aber weil halt alle frei haben, muss natürlich gefeiert werden. In unserem Fall in Form einer Grillfeier. Ganz gastfreundlich seiend, wie wir in unserer Familie nun einmal sind, waren Jan und Jeroen, zwei meiner Mitstudenten mit dabei. Wir haben gutes Grillfleisch (hauptsächlich natürlich Sate-Spieße), original Japanisches Sushi (Japaner in der Familie...), deutschen Kartoffelsalat und natürlich indonesisches Essen bekommen und verzehrt. In Massen! Ich weiß gar nicht, wieviel am Ende übriggeblieben ist, aber es war noch einiges.
Wie mein Vater immer sagt:
Asiaten schwitzen beim Essen, nicht bei der Arbeit.
Uns war allen extremst warm, wir haben trotz kühler Biere geschwitzt. Da liegt es doch nur zu nahe, dass man sich überlegt, in einen Pool zu gehen... Gesagt, getan. Auf dem Rückweg sind wir also bei Ongko und Carmen vorbeigefahren und haben deren Pool unsicher gemacht. Das alleine ist nicht sonderlich erwähnenswert, ABER Jan hat eine wasserfeste Digitalkamera... Und dann kommt sowas hier raus:
Noch mehr solcher Bilder gibt es in meiner Galerie hier.

Was bleibt also über Idul Fitri zu sagen: Schöner islamischer Feiertag, genossen von Christen auf einer hauptsächlich hinduistischen Insel, die von buddhistischen Einflüssen mitgeprägt wurde... Erwähnte ich schonmal, dass wir hier Kultur-Kurse haben?

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Dienstag, Oktober 09, 2007

Ausflug nach Lombok und zu den Gilis

Nach unserem zweiten richtigen Seminar, also der dritten Vorlesungswoche am Stück, haben wir direkt erstmal drei Wochen frei, das heißt, keine Uni. Also Grund genug, die Zeit für ein wenig Reiserei zu nutzen. Und genau das haben hier fast alle getan. Für mich und einige andere ging es nach Lombok und die Gili Islands.
Lombok ist Balis Nachbarinsel und bei weitem noch nicht so touristisch erschlossen wie Bali. Insgesamt ist es dort also noch "originaler" als hier.
Wir sind am Mittwoch, 03.10. morgens um sieben in Jimbaran mit unseren Rollern los nach Padang Bai, von wo aus die Fähre nach Lombok übersetzt. Weil wir leider die richtige Abfahrt vom Bypass verpasst hatten, haben wir - das sind übrigens Jeroen, Birte, Katharina, Verena und ich - sind wir über Gianyar und Klungkung nach Padang Bai gefahren. War im Endeffekt nur ein ca. 20 minütiger Umweg, aber über den Highway wäre schon gemütlicher gewesen... Dafür haben wir schöne Landschaften gesehen, auch nicht zu unterschätzen! Zwei Stunden später waren wir also in Padang Bai, gerade noch pünktlich für die 9-Uhr-Fähre. Also, mit den Rollern ab auf die Fähre und die nächsten vier Stunden haben wir da gesessen. Gewartet. Uns gelangweilt. Geschlafen.
Endlich angekommen auf Lombok sind wir ohne Verzögerung losgedüst in Richtung Mataram, der Inselhauptstadt und Durchgangsort für unsere Weiterfahrt nach Senggigi. An sich keine wirklich anstrengende Fahrt - hätten wir nicht volle Kanne den Beginn der Regenzeit mitbekommen! Es fing pünktlich zu unserer Ankunft an, in Strömen zu schütten! Wir waren innerhalb weniger Sekunden komplett durchnässt und die Tropfen waren wie kleine Nadelstiche gegen Hals und Arme. Gut, dass wir nach wenigen Minuten eine Pertamina, also eine Tankstelle anfahren konnten, wo wir uns untergestellt haben. Hat zwar nicht viel genutzt, aber so ließ es sich wenigstens fünf Minuten lang aushalten. Und unsere Roller konnten wir in einem auch direkt volltanken.

Nach dem fetten Schauer waren die Straßen schön nass, und da es das erste Mal seit Wochen, zumindest das erste Mal seit unserer Ankunft auf Bali geregnet hatte, waren die Straßen außerdem auch noch richtig schön schmierig-glitschig. Unsere Roller haben zwar alle genügend Profil - aber das kann man nicht über alle Roller auf Lombok behaupten... Dementsprechend haben wir auf unserem weiteren Weg einige rutschende Fahrer und Roller beobachten können. Aber wir sind gut durchgekommen und unbeschadet bis hoch nach Senggigi gefahren.

In Senggigi angekommen, haben wir nach einiger Sucherei mit Hilfe des Lonely Planet den von uns gewünschten Bungalow gefunden. Raja's Bungalows entsprachen unseren Ansprüchen, also sind wir rein. Was wir in dem Moment nicht bedacht hatten: Lombok ist überwiegend Islamisch, es war Ramadan - und zwei Moscheen sind in direkter Nähe zu den Bungalows... Also haben wir nachts, aber auch den gesamten Tag über aus hochqualitativen Lautsprechern Gebete und Zitate gehört. Da kam uns jeder Stromausfall recht :-) Außerdem helfen Ohrstöpsel für eine geruhsame Nacht! Aber bevor wir uns schlafen legten, sind wir erst noch das ausschweifende Nachtleben in Senggigi erkunden gegangen! Eine Straße, insgesamt vielleicht 20 Bars und Restaurants... Wir haben uns also ins erstbeste Restaurant gesetzt und lecker gegessen, anschließend sind wir einige Bars testen gegangen. Nix spannendes, nix aufregendes, nirgends wirklich viel los. Spaß hatten wir natürlich trotzdem, wir sind ja auch lustige Menschen :-) Danach durch die Nacht gequält (erwähnte ich schonmal, dass da Moscheen in der Nähe waren?).

Der Donnerstag begann so, wie der Mittwoch endete: Mit Muezzingesang und Essen. Wir haben uns für's Frühstück richtig gute Pfannkuchen gegönnt, mit Bananen, dazu frischgepresste Säfte. Enak sekali! Weil wir ja mit unseren Rollern auf Lombok waren und die nicht ganz Grundlos mitgenommen hatten, sind wir mit dem Lonely Planet bewaffnet losgedüst, Pura Lingsar aufsuchen. Das Besondere an diesem Tempel ist, dass er nicht einer Religion gewidmet ist, sondern gleich dreien: Ein Teil für den Islam, einer für den Hinduismus und einer den Christen. Und die Quellen dort, welche frisches Wasser vom heiligen Vulkan, dem Gunung Rinjani lieferten waren gleich für alle fünf Religionen ausgelegt: Protestanten, Katholiken, Buddhisten, Hinduisten, Moslems. Insgesamt ein sehr friedlicher Tempel, perfektes Beispiel für Völkerverständigung. So sollte es immer sein!

Weiter ging es von dort nach Gunung Pengsong, einer kleinen Stadt mit einem Hügel (daher der Name, denn Gunung bedeuted Berg). Von diesem Hügel hat man einen tollen Ausblick, quer über Lombok, die Küste und das Meer. Dazu hatten wir tolles Wetter, welches uns für den Aufstieg entschädigt hat. Bilder von dort gibt es natürlich wieder in meinem Fotoalbum.

Weil es ziemlich heiß war und wir alle geschafft waren, sind wir zurück nach Senggigi gefahren und haben den Nachmittag noch am Strand verbracht, um endlich mal richtig zu entspannen. Das Wasser war allerdings nicht wirklich erfrischend, viel zu warm :-) Trotzdem natürlich angenehm!
Abends dann wieder das bereits erwähnte, ausschweifende Nachtleben erkundet. Weil wieder so viel los war und die Birte die Band irgendwie kannte, wurde ich nach einigem Überreden (und auch einigen Bier) dann mal hinter's Schlagzeug gesetzt... Dafür, dass ich schon lange nicht mehr gespielt habe, hat es erstaunlich gut geklappt! Könnte natürlich auch nur eine Empfindung gewesen sein, beeinträchtigt durch die vorhergegangenen Biere und die gute Stimmung. Ich möchte hier mal nix ausschließen... War auf jeden Fall lustig. Dann wieder schlafen, wieder mit Gesängen aus schlechten Soundanlagen... Aber müde waren wir, hat also ganz gut geklappt.

Und schon wieder ein neuer Tag... Ich setze das mal im nächsten Blogeintrag fort.